Auto Zeitung

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May 14, 2012
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May 14, 2012

Die Offenbarung
Auto Zeitung
December 11, 1998 by Georg Kacher
Für 17 000 Mark baut eine US-Firma den New Beetle zum Cabriolet um. Das Resultat überzeugt in fast allen Punkten.
Die Steigerungsform von Käfer heißt heute nicht mehr 1303, sondern Käfer Cabrio. Der offene Fünfsitzer ist und bleibt das ultimative Krabbeltier. Deshalb war es nur eine Frage de Zeit, bis sich jemand ein Herz fassen und den Blechhelm des New Beetle durch eine Stoffkapuze ersetzen würde. Dieser Jemand heißt Al Zadeh, seines Zeichens Geschäfrsführer bei Newport Convertible Engineering (NCE).
„Wir sind seit 15 Jahren im Geschäft und haben uns auf Cabriolet-Umbauten spezialisiert,“ erklärt der im Iran geborene Ingenieur. „Die Kunst besteht aber nicht darin, einem Auto das Dach abzutrennen, sondern die Karosserie gezielt und sinnvoll zu verstärken.“
NCE rückt dem New Beetle an zwei Fronten zu Leibe. Zum einen verbinden die Auto-Operateure die hinteren Radhäuser durch eine sechs Zentimeter starke Domstrebe miteinander. Zum zweiten verschweißen sie die Plattform mit einem Geäst aus Quer-, Längs- und Diagonalträgern. „Das sorgt für optimale Verwindungssteifigkeit und zusätzlichen Seitenaufprallschutz,“ dozeirt Al Zadeh. Darüber hinaus wird die Karosseriestruktur durch einen verstärkten Frontscheibenrahmen und eine stabile Verdeckwanne verfestigt.
Die Verdeckkonstruction – bezogen mit aus Deutchland importiertem Stoff – ist manuell zu öffnen und zu schließen. Für 2550 Mark Aufpreis gibt’s versenkbare Fenster hinten, für 5100 Mark eine vollelektrische Betätigung für das Dach und alle vier Seitenscheiben. Das hier abgebildete Klapptop wich inzwischen einer verbesserten Konstruktion mit dreiteiligem Panorama-Heckfenster. Der Cabrio-Umbau kostet derzeit rund 17 000 Mark – plus Auto. Doch das muß nicht unbedingt das letzte Wort sein, denn die Firma NCE bezieht im Januar ein neues Werk in Costa Mesa, wo mit steigender Produktion – bis Mitte ’99 von 50 auf 100 Autos pro Monat – die Preise sinken dürften.
Der Vertrieb läuf über SVC in Newport Beach/USA, Telefon (001-949) 722-7100.
Obwohl das von uns chauffierte New Beetle Cabrio noch aus der ersten Serie stammte, war die Karosserie durch so gut wie nichts zu erschüttern. Selbst auf sehr schlechten Straßen blieb der Aufbau ruhing und in sich gefestigt. Sogar an neuralgischen Punkten wie dem Armaturenbrett, den Rahmen der Seitenfenster und den Türen hielt sich das Eigenleben des Blechgehäuses in engen und zumeist lautlosen Grenzen. Der offene Käfer lag stets satt auf der Straße und zeigte sich immun gegen hohe Querund Längsbeschleunigungen.
Ein Sonderlob gebührt der Detailverarbeitung. Führungsschienen und Dichtungen: exakt zugeschnitten und perfekt eingepaßt. Alle Flächen, an denen Trennschleifer und Blechschere zugange waren: sauber verspachtelt und lackiert. Das Dach: leicht zu bedienen – Verriegelungsmechanik übrigens vom Mazda MX-5 -, das Anknöpfen der elastischen Persenning ein Kinderspiel. Und der im Vergleich zum Heckklappen-Beetle nur geringfügig kleinere Kofferraum ist selbst bei geöffnetem Dach mühelos zugänglich.
Kritik verdienen der große – wenngleich inzwischen etwas verkleinerte – tote Sichtwinkel bei geschlossenem Verdeck und die zu niedrigen vorderen Gurtumlenkpunkte. Doch mich Ausnahme dieser kleinen Schwächen ist das NCE-Cabriolet auf Anhieb so gut gelungen, daß sich VW mit dem Beetle-Umbau ab Werk ruhig noch ein paar Jahre Zeit lassen darf …

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